Jonny und Co.
Jonny und Co.

08.01.2014: Heinrich heute

Im März diesen Jahres wird unser lieber Heinrich zwei Jahre alt. Er hat sich so gut entwickelt und ist ein großer, schöner Coburger Fuchsbock geworden. Seine drei Mädels hat er voll im Griff. Dennoch freut er sich immer, wenn er uns Menschen sieht. Immerhin gehören wir doch fest zu seiner Familie. Vermutlich würde er sich noch gerne bei uns auf die Couch setzen und sich stundenlang schmusen lassen.

Einfach ein Goldschatz auf unserem Hof!

Unserem kleinen großen Heinrich möchte ich heute diese Extraseite widmen. Am 16. März 2012 bekamen wir einen Anrufe von einer Bekannten. Über die Schafe waren wir immer mal wieder im Kontakt, da sowohl Megan als auch Määäh aus ihrer Zucht stammten. Sie wusste, dass unser Jupp 2011 gestorben war und wusste auch, dass ich gerne wieder ein "zahmes" Schaf haben wollte, welches ich ab und an mit in meinen Unterricht zur Themenreihe Nutztiere mitnehmen konnte. In ihrer Ablammzeit gab es keinerlei Probleme, bis zur letzten Ablammung. Das Mutterschaf bekam Drillinge, von denen ein Bübchen bereits tot zu Welt kam. Um das Mädchen kümmerte sich das Schaf fürsorglich, das kleine Böckchen ließ sie nicht trinken und stieß es weg.

Der Wolf im Schafspelz!

So kam es, dass sie mich darum bat, den kleinen Kerl zu übernehmen. Nach einem kurzen Telefonat mit Mama war klar: Der Zwerg durfte einziehen! Ein bisschen Sorgen machte mir meine anstehende Prüfung zum zweiten Staatsexamen, aber immerhin waren wir zu Zweit. Mit den besten Gedanken im Gepäck fuhr ich los, doch als ich den Zwerg sah, wurde ich doch etwas unsicher: Er war so winzig! Und ich selbst hatte noch nie ein Lämmchen aufgezogen... würde das gut gehen? Gleich wusste ich: Heinrich würde er heißen. Unsere Bekannte gab mir noch ein paar Tipps, packte Milchpulver ein und dann ging es ab nach Hause.

Heinrich mit seinen beide "Aufpassern" Leon und Anton!

Unsere Hunde reagierten auf das Lämmchen so positiv, dass es von der ersten Minute an kein Problem war, Heinrich frei laufen zu lassen. Tagsüber bekam er im Abstand von zwei Stunden sein Fläschchen, nachts schlief er durch. Wir waren alle so optimistisch, bis er dann ein Tag vor meiner Prüfung eine schwere Lungenentzündung bekam... laut Tierarzt musste er bei der Geburt Fruchtwasser geschluckt haben (dies war wohl auch der Grund, weshalb seine Mutter ihn nicht annahm). Der Tierarzt machte uns keine große Hoffnung, dass sich Heinrich davon noch einmal erholen würde. Anfangs sprach er gut auf die Medikamente an, doch am 23. März (drei Tage nach Beginn seiner Erkrankung und zwei Tage nach meiner Prüfung) kam der große Zusammenbruch. Er war kaum noch bei sich und hatte hohes Fieber. Dennoch nahm er immer wieder ein paar Schlückchen seiner heißgeliebten Milch.

Ich fuhr mit ihm zum Tierarzt und war mir sicher, er würde ihneinschläfern. Gleich bereitete die Tierarzthelferin eine Glucose - Infusion vor. Sie machte mir den Vorschlag, Heinrich einige Tage zu behalten, da sie ihn mit Medikamenten besser versorgen könne. Ich war erleichtert, denn sie kannte sich mit Schafen ausgezeichnet aus. Ich fuhr nach Hause, um sein Milchpulver und sein Fläschchen zu holen und bereitete ihm dann in der Praxis noch eine Mahlzeit zu. Mit vielen Tränen in den Augen und gemischten Gefühlen machte ich mich auf den Heimweg. Fast eine Woche war er bei Silke und viele Hochs und Tiefs füllten unsere unzählichen Telefonate, dann durfte unser kleine Schatz wieder nach Hause. Seitdem entwickelt sich Heinrich prächtig, er lebte anschließend noch fünf Wochen bei uns und den Hunde im Haus, dann zog er etappenweise in den Stall. Nach wie vor haben wir noch ein wenige Angst um ihn, denn er ist schon ein ganz besonderer Heinrich!

Heinrich beim Besuch meiner Schulklasse!
Auch Jonny hatte keine Einwände gegen Heinrich!