Jonny und Co.
Jonny und Co.

Matéo - manchmal muss es schnell gehen.

Matéo sahen wir vor wenigen Wochen, Anfang Juni 2016, auf der Seite einer guten Freundin bei facebook. Der blinde, alte Rüde, der zudem unter einem großen Blutgefäßtumor am Penis leidet, wurde Ende Mai im Tierheim Ebersheim ausgesetzt. Unsere Herzen sprudelten über und es war eine Entscheidung über Nacht, ihn hier in unser Rudel als Pflegehund aufzunehmen.

 

Nach Ablauf der Wartezeit nach der Impfung konnten wir ihn am 17.07. nach Hause holen. Noch ist er den anderen Hunden gegenüber sehr unsicher, schnappt hin und wieder nach ihnen, aber er ist sicherlich kein unverträglicher Hund. Auf Spaziergängen klappt das Miteinander bereits sehr gut.

 

Im Haus bewohnt er derzeit ein eigenes Zimmer, das ihm die nötige Ruhe und Geborgenheit gibt. Tagsüber ist er hin und wieder bei unserer Oma untergebracht, dort genießt er viel Zuwendung.

 

Leider hat der erste Tierarztbesuch hier eine eher schlechte Prognose wegen seines Tumors ergeben. Das bedeutet für uns, dass wir ihm ganz einfach einen schönen Lebensabend schenken wollen, egal wie lange er bei uns sein wird.

Hier sein Text von der grenzenlosen Hundehilfe:

Juli 2016 In der vergangenen Woche gab es ganz schwere Gewitter im Elsass und das Zuhause des schwarzen Rüden hat es besonders hart getroffen.
Grollender Donner und Unmengen von Wasser haben den schwarzen Rüden so in Panik versetzt, dass er völlig verzweifelt und orientierungslos mehrmals gegen die Zwingerwände gelaufen und nachdem sich die Wetterlage beruhigt hatte, nicht mehr aufgestanden ist.
Aufgrund des dramatischen Verlaufs machten wir uns alle Sorgen und hatten riesengroße Angst um das Leben des lieben Rüden und nach einigen hektischen fast schon verzweifelten Telefonaten hat eine französische Kollegin sofort gehandelt und ihn in eine Tierklinik gefahren.
Der erschöpfte Rüde wurde, nachdem er dort etwas zur Ruhe kam, gründlich durchgecheckt, Blutwerte und Proben genommen und soweit ist erstmal alles im grünen Bereich.
Der Tumor muss nicht sofort operiert werden, sondern Matéo (wie er jetzt liebevoll genannt wird) darf sich bald auf einer fürsorglichen Pflegestelle erholen.

Juni 2016: Der alte, schwarze Rüde mit seinem grauen Gesichtchen, blind, verwahrlost und mit einem Hodentumor wurde ohne menschliches Mitgefühl einfach in der Aussetzbox des Tierheims entsorgt.
Vermutlich in der Hoffnung, dass er dort dann ohne große Erklärungen eingeschläfert wird.
Schnell eilten wir ins Tierheim und sind wieder einmal mehr fassungslos und es fehlen uns schlichtweg die Worte. Man sieht dem alten lieben Rüden gleich an, dass er es bestimmt nie schön in seinem bisherigen Leben hatte.

Der blinde Hundemann ist mit der Situation total überfordert, stolpert im Zwinger umher, läuft gegen die Zwingerwände und Gitter. Es bedarf hier keiner weiteren Worte um zu beschreiben wie schlimm dies für ihn sein muß.
Ein fremder Ort, unbekannte angstmachende Geräusche und Gerüche und niemand, der sich die Zeit nehmen kann, ihm zu helfen!
Er muss sein derzeitiges "Zuhause" dauernd stolpernd und auch fast hinfallend kennenlernen.

Der nahe am Tierheim vorbeifahrende Zug erschreckt ihn fast zu Tode und die bellenden Hunde in den Nachbarzwinger brachten ihn schier aus der Fassung :((
Schnell gingen wir in den Zwinger und versuchten, ihn zu beruhigen. Er war so froh, dass wir bei ihm waren und genoss die Nähe und die Streicheleinheiten sehr, am liebsten wäre er in uns reingekrochen.
Wir haben Ihm ganz fest versprochen, dass er nicht lange warten muss. Das wir Hilfe suchen werden und schnell zurückkommen. Es bricht uns schier das Herz, dass wir ihn in seiner Verzweiflung so zurücklassen mussten.