Jonny und Co.
Jonny und Co.

Bärbel

Seit dem 24. März ist sie also da. Unsere Bärbel! Für alle die, die ihre Geschichte noch nicht kennen, fasse ich mal eben kurz zusammen: Bärbel kam vor fast 2 Jahren als Fundhund ins Landauer Tierheim. Körper und Seele dieser wunderbaren, einst stolzen Cane Corso Hündin, waren geschunden und wahrscheinlich jahrelang misshandelt. Im Tierheim erholte sie sich nur langsam von ihren Wunden. Mehrere OP`s waren nötig, um Tumore und Augenleiden zu reduzieren. Trotz aller Bemühungen wurde aus Bärbel in alle den Jahren nie ein normaler Hund. Ihre kleine Welt bestand aus ihrem Zwinger und den Ausläufen des Tierheimes. Mit ihr außerhalb des Tierheims die Welt zu erkunden, sie für wenige Zeit dem Stress zu entziehen, war nie möglich. Zu groß war ihre Angst vor allem unbekannten. Und trotzdem gab es bei Bärbel zwei ganz wichtige und grundlegende Pluspunkte: Sie mag uneingeschränkt alle Hunde und zeigte trotz aller Angst keine Aggression. Diese Pluspunkte brachten uns dazu mit dem Gedanken zu spielen, Bärbel bei uns ein Zuhause zu schenken.

Seit November 2015 fuhren wir wöchentlich zu ihr, besuchten sie, bauten Vertrauen auf, näherten uns Stück für Stück an. Sie schloss sowohl Benni als auch Pierrot sofort in ihr gutmütiges Hundeherz. Auch uns Menschen fand sie ok, ließ sich berühren, ließ sich führen. Mit Flora und Shadow gab es den ein oder anderen Tiefschlag, konnte sie nicht mit anderen Hündinnen? Das Aus für eine Vergesellschaftung? Nicht aufgeben, alles sollte klappen. Nur eben kamen wir nie raus aus dem Tierheim. Das war dann auch der Grund, warum Bärbel Leon und Jonny nur durch ein Gitter kennenlernen konnte. Für die Zwei war der Stress im Tierheim so hoch, dass sie vor lauter Anspannung nicht mit einem fremden Hund in Kontakt kommen wollten.
So überlegten wir uns genau, wie ihr Zuhause bei uns beschaffen sein musste. Sie sollte ihren Platz im Flur bekommen, denn in unser Wohnzimmer muss man 17 Treppenstufen laufen. Sie sollte in den nächsten Wochen und Monaten lernen, spazieren zu gehen. Langsam und mit Geduld. Klar war, dass es für Bärbel nie eine Grauzone geben dürfe. Immer nur schwarz/ weiß, das sollte ihr die Bindung einfacher machen.
Dann kam also der Donnerstag, der große Tag des Einzugs. Bärbel wurde im Tierheim in Vollnarkose gelegt, denn auch in ein Auto geht dieser große Hund nicht freiwillig. Sie wurde zu uns gefahren, alles war vorbereitet. Der Flur war geheizt, warme Decken, ein Körbchen und eine Box standen bereit.

Bärbel wurde wach, unsere Rüden, an erster Stelle Leon, standen ihr bei, alles war gut. Nur Jonny sollte noch ein bisschen warten, um sie zu erschnuppern, ist er doch beim ersten Kennenlernen seiner Artgenossen nicht immer freundlich. Der Abend kam und alles lief klasse! Ruhig sollte es werden, und plötzlich stand sie da, an der Glastür zum Wohnzimmer. Nein, Bärbel wollte nicht alleine bleiben. Sie war doch zu Hause. Sie ist doch zu Hause. Bärbel kam zu uns ins Wohnzimmer, schaute sich um, legte sich hin, in unsere Mitte. Die Nacht verbrachte sie dann bei der Menschenoma, alles bestens.

Am Freitag, dann das große Wagnis: Der erste Spaziergang. Mit fünf Leinen gesichert machten wir uns auf den Weg mit Bärbel. Und auch das ohne Schwierigkeiten.

Ja, sie ist ein altes Mädchen. Ein altes Mädchen, das so viel lernen will und dabei sein möchte. Wir, dein Rudel, versprechen dir, immer für dich da zu sein, dir doch noch zu zeigen, wie schön die Welt für uns Hunde sein kann. Wir haben dich jetzt schon sehr lieb! Auf ein langes, glückliches Hundeleben, Bärbelchen